Solo Show with Thomas Locher

05.07.2013 - 01.09.2013

Homo Oeconomicus

Wiener Secession

Der deutsche Künstler Thomas Locher, dessen Werk seit den späten 1980er Jahren als richtungsweisend für die neokonzeptuelle Kunst gilt, untersucht in seinen Arbeiten das Regelwerk von Sprache und die Komplexität ihrer Funktionsweise. In seiner für die Secession konzipierten Ausstellung Homo Oeconomicus setzt er die bereits einige Jahre andauernde Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Sprache und Ökonomie und den in diesen Systemen handelndem Subjekt fort. In einer Reihe von zum größten Teil neuen Bildern und Filmen verhandelt er Aspekte des Tausches, Strukturen des Kredits, Glaube und Glaubwürdigkeit sowie die Wirkung dieser Zusammenhänge auf die Konstituierung des Subjekts.
In seiner Analyse des Kreislaufs von Geben und Nehmen, Gewinn und Verlust, Zuwendung und Bedürftigkeit koppelt Locher Bildzitate wie Der Kuss des Judas von Giotto oder Der Gaukler von Hieronymus Bosch mit Schrift. Die Texte nehmen Bezug auf das Werk von Karl Marx oder zitieren Jacques Derridas Schrift Falschgeld. Zeit geben I, die sich mit der Un/Möglichkeit der Gabe beschäftigt. In zwei anderen, digitalen Textarbeiten hingegen greift er ausgehend vom englischen Begriff „Credits“ die Form eines Vor- bzw. Abspanns auf, um die auf die Zukunft ausgerichtete Logik des Kreditgebens zu thematisieren.
Thomas Lochers Text-Bild-Konstruktionen gestalten sich als ein mehrdeutiges, offenes Wechselspiel, das zwischen These und Antithese eine Vielzahl weiterer Perspektiven und sonst ausgegrenzter Faktoren offenlegt. Am widersprüchlichen Phänomen der Gabe lässt Locher in Homo Oeconomicus auf diese Weise erneut die formellen und informellen Bindekräfte unserer Gesellschaft sichtbar werden.

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