FRANK AHLGRIMM. hunting-ground. 16.09.2005 – 22.10.2005

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich, zum diesjährigen Stuttgarter art alarm ihre erste Einzelausstellung mit dem in Köln lebenden Maler Frank Ahlgrimm (*1965) eröffnen zu können. In seinen Arbeiten kombiniert Ahlgrimm , der bis 1998 an der Stuttgarter Kunstakademie studiert hat, auf den ersten Blick so unterschiedliche Bildelemente wie Text und Figur, exakt ausgearbeitete geometrische Farbfelder und gestische Pinselspuren. Doch Abstraktion und Figuration sind bei Frank Ahlgrimm keine Gegensätze. Ähnlich einer Collage vereinigt er auf seinen großformatigen Gemälden additiv klar voneinander abgetrennte Bildelemente zu außerordentlich komplexen Kompositionen, in denen die Beständigkeit der malerischen Textur die schnellebigen Effekte aktueller Medienbilder und Werbeslogans kontrastiert. Gerade durch die originäre Fähigkeit der Malerei, scheinbar mühelos Information zu komprimieren und synthetische Bildräume zu erschaffen, werden seine Bilder zu Chiffren einer medialen Wirklichkeit, in der sich – vor dem Hintergrund unserer durch Photoshop und digitale Bildbearbeitungsverfahren geprägten Sehgewohnheiten – die Frage nach den ästhetischen Wirkmöglichkeiten des Bildes neu stellt.

In der Ausstellung „hunting-ground“ zeigt
Frank Ahlgrimm eine Auswahl seiner neuesten Arbeiten, die das Grundrauschen der Fernsehkanäle als gemaltes Streifenbild inszenieren. Eine an das Testbild im Fernsehen erinnernde Gitterstruktur aus farbigen Verlaufslinien umgibt als Rahmenelement die Bildfläche, auf der verschiedene, auf ihre Umrisslinien reduzierte figürliche Motive und logoartige Schriftzüge in einer sich überlagernden räumlichen Schichtung zusammengeführt sind. Die strukturelle Verwandtschaft seiner Arbeiten mit dem TV-Bild, dessen Flüchtigkeit und simultane Engführung unterschiedlicher Bildgenres in Frank Ahlgrimms Gemälden in einen gleichsam schwebenden Bildraum überführt wird, steht dabei in einem radikalen Gegensatz zur Behutsamkeit des malerischen Prozesses und der – selbst in den vermeintlich kompromisslos gestischen Partien immer zum Tragen kommenden – Disziplin seiner Ausführung. „When is your point of no return“ heisst es wie ein Komentar auf diese Arbeitsweise auf einem der Textbilder von Ahlgrimm . Denn in seinem Werk versucht er jedesmal aufs Neue, genau den Punkt zu bestimmen, bis zu dem sich die bildhafte Qualität der Zeichen ohne Verlust ihrer semantischen Lesbarkeit zusammenziehen lassen.