DANIELE BUETTI. Der Spiegel von Venedig. 27.02.2005 – 09.04.2005

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In seiner nach 1998 und 2002 dritten Einzelausstellung in der Galerie Reinhard Hauff stellt der international bekannte Schweizer Künstler Daniele Buetti (*1956) das „Grauen“ in den Mittelpunkt seiner neuesten Arbeit. Sämtliche Öffnungen des Galerieraumes sind mit eigens für die Ausstellung eingezogenen Wänden hermetisch verschlossen, um den Eindruck der Räume so weit wie möglich zu beruhigen. Die Minimierung der Ausstellungsräume steht jedoch weniger im Dienst der ästhetischen Ausweisungen eines neutralen „White Cubes“ denn vielmehr einer atmosphärischen Aufladung der Räume. So genügen Daniele Buetti wenige zeichenhafte Verweise – etwa der Titel der Ausstellung, der eine perfide Form der Folter bezeichnet, bei der das Opfer in einem über ihm hängenden Spiegel sein schmerzverzerrtes Gesicht vor Augen geführt bekommt – um in der Vorstellung des Betrachters das Klaustrophobische des Raumeindrucks in das Abgründige eines latent Katastrophischen kippen zu lassen.

Nachdem
Daniele Buetti lange Zeit in seinen Leuchtkästen und Fotografien die ambivalenten Inszenierungsformen betörender Schönheit zum Thema seiner Arbeit gemacht hat, beschäftig er sich seit seinen vielbeachteten Einzelausstellungen im Kunstverein Freiburg und im Helmhaus in Zürich zunehmend mit der Erfahrung parapsychologischer Zustände und magisch anmutender Phänomene. Über nabelartige Geschwüre, die wie Tumore den Raum durchziehen, werden in Daniele Buettis aktuellen Installation in der Galerie Reinhard Hauff verschiedene ornamental durchstochene Chakra-Zeichnungen und hochgradig poetisierte Aufnahmen von Innenräumen mit einer an der Decke befestigten organischen Form verbunden, die von Buetti als „Mutter“ bezeichnet wird. Im auratischen Licht der Leuchtkästen erzeugen diese rätselhaften Gebilde in ihrer Kombination mit den esoterisch aufgeladenen Zeichnungen und den in den Gesamtzusammenhang der Installation integrierten Wortfragmenten, die der beklemmenden Beschreibung unterschiedlicher Foltermethoden entnommen sind, zutiefst verstörende Bilder, die zwischen Traum und Alptraum einen Grenzbereich unseres Bewusstseins markieren.