WOLFGANG FLAD. Coryllis erscheine. 29.01.2010 – 20.03.2010

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich, mit „Coryllis erscheine“ die zweite Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Wolfgang Flad ankündigen zu können. Die dynamischen, auf dem Kontrast von geometrisch-exakten und organisch-naturhaften Formen aufgebauten Skulpturen des 1974 in Reutlingen geborenen Künstlers waren zuletzt im Jahr 2007 in der Galerie Reinhard Hauff zu sehen und sind in der Zwischenzeit bereits in zahlreichen Sammlungen wie etwa der ständigen Sammlung des Kunstmuseum Stuttgart und des Kunsthaus Zürich vertreten. In „Coryllis erscheine“ erweitert Wolfgang Flad seine Arbeiten zu raumgreifenden Objekten, die aus der Beschäftigung des Künstlers mit dem spekulativen Potential naturwissenschaftlicher Modelle und seiner Faszination für die utopischen Visionen des Science Fiction resultieren.

Die aus bemaltem Holz und Pappmaché gefertigten Arbeiten der Ausstellung, deren blockhaftes Volumen in einem aufwändigen Bearbeitungsprozess durch Schleifen bis auf ein skelettartiges Gerüst ausgehöhlt wird, überführen formale Gegensätze wie hell und dunkel, leicht und schwer oder fragil und stabil in eine spannungsreiche Balance. Wie sich selbst in einer bearbeiteten Form die ursprünglichen Gestalt eines Körpers ablesen lässt, interessiert den Künstler dabei auf einer formalen Ebene ebenso sehr wie die hervorgebrachten ästhetischen Qualitäten der in den von ihm benutzten Materialien wie Schichtholzplatten oder Kanthölzern eingeschriebenen Strukturen. Referenzen zur Kunstgeschichte, etwa zu Brâncuşis endloser Säule, Giuseppe Penones Beschäftigung mit Holz oder John McCrackens minimalistischer Reduktion farbiger makellos glänzende Körper werden dabei von
Wolfgang Flad bewusst herbeigeführt und mit Einflüssen aus dem Bereich des Designs, der Architektur und der Bionik verschmolzen. Im Reflex auf den aktuellen Diskurs der Bionik, der Nutzbarmachung möglicher Entsprechungen in Technik und Natur, die bereits in Architektur und Design in neuartigen Trägerkonstruktionen ihren Niederschlag gefunden hat, können die komplexen Skulpturen Wolfgang Flads sowohl als Umsetzung (bio)chemischer Modelle wie auch als Neuinterpretation verschiedener Formexperimente der 50er Jahre verstanden werden. Der Aspekt des Recyclens, der sich in der Verwendung von Konstruktionsholz für das Gerüst seiner Skulpturen oder der Verwertung von alten Skizzen, Aufzeichnungen und zerkleinerten kunsttheoretischen Texten als Ausgangsmaterial für das Pappmaché, mit dem diese Konstruktion umgeben wird, ausdrückt, steht für ihn dabei zeichenhaft für einen immerwährenden Kreislauf, den letztendlich jede künstlerische Produktion durchläuft.